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LinkedIn Marketing

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Eins vorweg: Ich schätze LinkedIn. Das Portal hat seine unbestrittenen Vorzüge und wie jedes andere auch ein paar Nachteile. Wie zum Beispiel diesen.

Natürlich ist es in Ordnung, wenn man dort seine Leistungen anpreist und Geschäfte anbahnen möchte. Welcher Ort könnte dafür besser geeignet sein.

Ein Dorn im Auge sind mir aber diejenigen unter den Vertriebsprofis, die es übertreiben. Mir sind allein in der letzten Woche drei davon begegnet. Ich meine diese Taktik, halbwegs wahllos hundert Leute anzuschreiben und dabei 99 davon zu vergrätzen. Alles in der Hoffnung, dass einer davon mit Euch bzw. mit Eurem Chef telefonieren möchte.

Da es also überhand nimmt: Wie stellt Ihr Euch das jetzt genau vor? Also so von meiner Seite aus? Irgendein Mensch, von dem ich noch nie etwas gehört habe, bittet um einen Kontakt. Ich akzeptiere in der Regel, weil ich höflich bin und der andere nicht vollkommen unseriös aussieht.

Sobald ich das tue, werde ich augenblicklich, manchmal sogar automatisiert, mehr oder weniger direkt nach zwanzig Minuten meiner Zeit für ein Telefonat gefragt. Oder dreißig. Und Ihr glaubt also, ich lasse dann umgehend alles stehen und liegen?

Bitte lasst das doch mal. Wenn es unbedingt ein Call-to-action sein muss, dann fragt mich einfach, ob Ihr mir etwas zuschicken könnt. Oder ob ich ein Problem habe, das Ihr lösen könnt. So ähnlich baut man eine Kundenbeziehung auf.

Wenn aber die Anzahl erreichter Telefonate Euer einziges Erfolgskriterium ist, dann denkt eventuell mal über einen besseren Job nach.

Und – Steigerung, aber auch das passiert tatsächlich: wenn ich klipp und klar sage, melde Dich bitte in einem Vierteljahr wieder, dann habe ich bereits grundsätzliches Interesse signalisiert. Ich möchte dann explizit nicht gleich morgen reden. Mein Interesse und mein Respekt sinken schlagartig, wenn Du das nicht ernst nimmst.